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Startseite » EDRI-gram Nr. 7.5, 11. März 2009

IRMA will Webseiten sperren

Verfasst von sac am 16. März 2009 - 19:46
  • Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte
  • Irland


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
English: IRMA tries to block websites
македонски јазик: Ирската музичка асоцијација се обидува да блокира веб-сајтови

Die IRMA (Irish Recorded Music Association) will den Zugang irische Internetuser auf bestimmte Webseiten sperren. Im Februar 2009, nachdem sie ein Abkommen mit Eircom erreicht hatte, sandte die Gesellschaft Schreiben an die irischen Internetdienstanbieter, in denen diese unter Androhung von Verklagungen aufgefordert wurden, die angegeben Seiten zu sperren.

Eircom hat bei der 3-Treffer Methode bereits eingelenkt, und IRMA will bei allen irischen ISPs die gleiche Herangehensweise verfolgen. Im Hinblick auf das Abkommen wird illegales Beweismaterial von IRMA zur Verfügung gestellt, und Eircom wird ohne Gerichtsverfahren Maßnahmen ergreifen. Leider bedeutet das Abkommen auch, dass Eircom sich gegen keinerlei Anwendungen zur Sperre von File-Sharing Seiten in ihren Netzwerken entegenstellen kann.

Anscheinend wird IRMA die P2P-Netzwerke mit DtecNet überwachen. Alle angeblich verdächtigen IP-Adressen werden an IRMA weitergegeben werden, die „die Beweise Eircom vorlegen“ werden, ohne dass ein Gerichtsverfahren oder die Anwesenheit der Angeklagten nötig wäre.

„Während IrelandOffline illegales File-Sharen nicht stillschweigend duldet, stellt diese Maßnahme dennoch keine angemessene Lösung für das Problem dar, sie behindert sogar den legalen und rechtmäßigen Zugang zum Internet,“ sagte Eamonn Wallace, ein Sprecher für die Breitbandlobby IrelandOffline.

Damien Mulley, dem früheren Vorsitzenden von IrelandOffline zufolge, wird IRMA mit der Sperre von The Pirate Bay beginnen, danach sollen Mininova, IsoHunt, YouTube folgen; „Ich glaube nicht, dass sie dann damit aufhören werden, jede Seite, die mit Pirate Bay und den anderen auf der Hass-Liste verlinkt ist, wird sicher auch auf dieser Liste landen. (...) Das alles stellt meiner Meinung nach einen Angriff unseres Rechts zu lesen, unser Recht zu schreiben, unser Recht uns zu im Netz zu bewegen dar.“

Diejenigen, die am meisten darunter leiden werden, sind die User, die durch Anschuldigungen der Gesellschaft ohne die Einmischung jeglichen Gericht abgeschnitten werden, und die Webseiten, die durch ein Gerichtsverfahren, in dem sie keinerlei Mitspracherecht haben, gesperrt werden.

Blackout Ireland, eine Gruppe irischer Internetuser, glaubt, dass dieses Schema nicht nur wirkungslos in der Bekämpfung von Raubkopiererei sein werde, sondern auch einen ernsthaften Verstoß gegen die Bürgerrechte darstelle. Allerdings funktionieren Sperren von Webseiten nie, weil die Raubkopierer jede Sperre einfach umgehen können; nur legitime User werden von der Maßnahme tatsächlich betroffen werden. „Zensur ist keine Lösung. Damit weicht man dem eigentlichen Thema aus. Künstler werden dadurch nicht für ihre Werke bezahlt werden,“ heißt es von Blackout Ireland.

Blackout Ireland organisiert außerdem ein Blackout, das am 5. März beginnt und eine Woche dauern wird; dadurch sollen Leute angeregt werden, ihre Bilder auf Seiten wie Facebook, Bebo, Twitter, MSN usw zu stellen und in Blogposts, Briefen an Zeitungen oder auf irgendeine andere Art der Kommunikation klar Stellung zu dieser Angelegenheit zu beziehen.

Irish Blackout: Why Irish ISPs Should Stand with Their Customers (4.03.2009)

Blackout Ireland - Some Questions (28.02.2009)

Lobby group calls for stop to censorship plans (26.02.2009)

Music industry pushing for internet filtering as well as "three strikes" - what can you do about it? (26.02.2009)

Blackout Ireland

IRMA letter to ISPs (13.02.2009)

unwatched: Irische ISPs legen Streitigkeiten bei und führen die 3 Treffer-Methode ein (11.02.2009)

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