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EDRi-gram, Nr. 7.2, 28. Januar 2009 |
GB: Phorm-Bedrohung
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So, 01/02/2009 - 15:37
Eine besondere kommerzielle Bedrohung der Privatsphäre im Internet sollte von unseren Kollegen von European Digital Rights im Auge behalten werden. Diese Bedrohung ist Phorm: eine invasive und vermutlich illegale Werbetechnologie im Netz, die sehr bald auch bei euch Fuß fassen wird. Phorm funktioniert, indem der Netzverkehr zwischen dir (einem ISP-Kunden) und den Seiten ,die du aufrufst beobachtet wird. Phorm untersucht den Inhalt der Webseiten, die du besuchst und notiert Information über Schlagwörter, die daraus entnommen werden. Phorm kann damit Werbeschaltungen an dich senden, die auf diesen Schlüsselwörtern basieren. Wenn du zum Beispiel Seiten im Zusammenhang mit Autos aufrufst und neue Automodelle suchst, würden sehr bald Werbungen für Autos auftauchen, wenn du Seiten von Phorm-Partnern besuchst. Das britische EDRi-Mitglied Open Right Group (ORG) wurde vergangenen März auf die ernsten Risiken bezüglich der Privatsphäre bei Phorm aufmerksam und hat seitdem hart daran gearbeitet zu eruieren, was dabei tatsächlich gefördert wird. Wir sind der Ansicht, dass die Technologie grundlegend invasiv und illegal ist. Bevor Daten von mehreren besuchten Webseiten zwischen Besucher und Inhaber untersucht werden können, müssen beide Parteien dem ausdrücklich zustimmen. Die Unterlassung der Berechtigung von beiden Parteien ist illegal. Dennoch holen britische Anbieter wie British Telecom und Virgin keinerlei Zustimmung von Webseiteninhabern ein. Webverkehr als Besitz von Sender um Empfänger anzusehen ist im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre im Netz korrekt. Die Daten auf den Webseiten gehören vielen Leuten und die ausgetauschten und weitergegebenen Daten sowie die Beziehung zwischen einem Kunden und einem Webseiteninhaber sollten vertraulich bleiben. Trotz dieser offensichtlichen Sorgen in Bezug auf Privatsphäre und Rechtssprechung könnte Phorm auch in euren Ländern bald zum Thema werden. Anbieter zeigen sich interessiert, weil es ihnen die potentielle Möglichkeit bietet, den Werbesektor im Netz zu dominieren. Viele „Inhaltsschaffende“ und EU-Regierungen könnten sich ebenfalls für Phorm interessieren, weil sie Einkünfte daraus beziehen, die ihnen auf traditionellen heimischen Märkten entgehen. Und aus diesem Grund sollte man sich dafür interessieren: Phorms invasive Technologie wird als Allheilmittel für Europas Schwierigkeiten am Werbemarkt gehandelt. Foundation for information policy research - Open Letter to the Information Commissioner (17.03.2008) The Phorm storm (12.03.2008) 4 good reasons not to take part in the BT Webwise trial (30.09.2008) What BERR want from Phorm - and what we think they're missing (19.09.2008) The Phorm "Webwise" System (18.05.2008) (Beitrag von Jim Killock, EDRi-Mitglied Open Rights Group - UK) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/1268
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