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Startseite » EDRi-gram Nr. 6.16, 27. August 2008

Probleme mit der Informationsfreiheit online im Konflikt zwischen Georgien und Russland

Verfasst von sac am 1. September 2008 - 15:50
  • Georgien
  • Informationsfreiheit / Zugang zu Information
  • Russland
  • Publikationsfreiheit

Der Konflikt zwischen Russland und Georgien über die Region Südossetien hat sich auf das Internet ausgeweitet, wo beiden Länder Cyberattacken verübt und die jeweils gegnerischen Nachrichtenseiten gesperrt haben.

Georgische Behörden haben den Zugriff auf russische Nachrichtendienste und Webseiten gesperrt, was der georgische Innenminister damit rechtfertigte, dass die russischen Nachrichten „unsere Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen“, was die Regierung nicht zulassen dürfe.

Mamia Sanadiradze, Gründer und Vorstand von Causasus Online, des größten georgischen ISPs, sagte gegenüber Reuters: „Leute vom (georgischen) Geheimdienst haben mich aufgefordert die russischen Seiten zu sperren. Es gäbe Virusdrohungen, wir würden falschen Informationen ausgesetzt werden und so weiter. (...) Ich hoffe, dass wir diese Seiten wieder entsperren können, wenn der Krieg vorbei ist.“

Andererseits wurden auch die georgischen online-Medien und die georgischen Regierungsseiten von russischen Hackern angegriffen, einschließlich der Seite des Präsidenten. Um zugänglich zu bleiben änderte das Außenministerium seine URL-Adresse.

Sicherheitsforscher behaupten Beweisen zu besitzen, die eine Verbindung zwischen russischen Staatsgeschäften und den Cyberattacken gegen Georgien zeigen. Die Denial of Service-Attacken begannen einen Tag vor dem Ausbruch des Militärkonfliktes über Südossetien.

Don Jackson, ein Forscher bei SecureWorks sagte, Logs zeigten, dass Teile der Attacken von Führungsservern der Netzwerke von Rostelecom und Comstar ausgeführt wurden, zwei russischen Staatsunternehmen. „Wir wissen, dass die russische Regierung diese Server theoretisch kontrollieren, wenn sie nicht von jemand anderem „besessen“ werden,“ sagte Jackson eWeek. Die beiden Firmen änderten die Leitwegtabellen, die den Internetverkehr nach Georgien gesperrt haben. Die selben Netzwerke wurden SecureWorks zufolge verwendet, um die Denial of service-Attacken zu starten und Attacken gegen georgische Netzwerke zu verstecken.

Reporter ohne Grenzen verurteilen die Verletzung der Informationsfreiheit online. „Das Internet ist zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem die Information das erste Opfer war. Einerseits haben die großen georgischen ISPs die Verbindung zu russischen Webseiten getrennt. Andererseits wurden Seiten der georgischen Regierung von russischen Hackern angegriffen. Mit Zeitungen und Radio- und TV-Stationen, die nur sehr wenig unabhängige Nachrichten bringen, wird das Internet zum unerlässlichen Werkzeug für die Öffentlichkeit, daher müssen diese Attacken sofort aufhören.“

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