Neue Gefahren für britische Filesharer
Nachdem Virgin Media Briefe über vermeintliche Filesharer-Aktivitäten an seine Kunden gesandt hat, hat auch die Britische Telecom (BT), der größte Breitbandanbieter im Vereinigten Königreich, mit ähnlichen Maßnahmen begonnen.
The Register hat Informationen bekommen, denen zufolge einer der Bezieher bei BT einen solchen Brief vom Kundensicherheitsteam erhalten haben soll: „Es wurde eine Beschwerde eingebracht dahingehend, dass einer unserer Kunden urheberrechtlich geschütztes Material über das Internet angeboten hat. Nachforschungen haben ergeben, dass Ihr Account dafür verwendet worden ist.“
Der Brief führte zahlreiche Beweise an, die von BPI eingebracht worden waren, das mit BT zusammenarbeitet und enthielt in dem Fall auch den User Agent des P2P-Programmes Ares, einen Zeitstempel, einen Dateinamen und eine IP-Adresse. Der Brief enthielt Informationen darüber, wie die WiFi-Verbindung gesichert werden könne, drohte aber gleichzeitig mit der Abschaltung der Verbindung, falls ähnliche Aktivitäten wieder vorkämen: „Wir bedauern, aber wir sehen uns verpflichtet darauf hinzuweisen, dass weitere Probleme ähnlicher Natur zur Auflösung Ihres Accounts führen könnten, da derartige Aktivitäten gegen BTs Allgemeine Benutzungsordnung verstoßen.“
Drohungen aus dem Hause Virgin Media sprachen schon eine deutlichere und aggressivere Sprache, die um die 800 Teilnehmer in Briefumschlägen vorfanden: „Wichtig. Wenn Sie das nicht lesen, könnte Ihre Breitbandverbindung getrennt werden“. Eine Sprecherin für Virgin Media sprach von einem Fehler und erklärte, dass es sich um eine sogenannte Aufklärungskampagne handle: „Wir beschuldigen oder verdächtigen unsere Kunden nicht, wir wollen sie auf die Tatsache aufmerksam machen, dass illegales Filesharing auf ihren Accounts entdeckt wurde. Diese Aktivitäten können auch von anderen Personen im selben Haus begangen worden sein und von jemandem in einem ungesicherten drahtlosen Netzwerk. Es handelt sich um eine Aufklärungskampagne.“
Mit diesen Briefen gibt der ISP keine vertraulichen Informationen an BPI weiter und überwacht auch nicht ihre User, sondern erhält von den BPI Ermittlern lediglich die eingeholten IP-Adressen der Kunden, die angeblich in p2p-Netzwerken urheberrechtlich geschütztes Material gemeinsam benutzt haben. Die ISP identifiziert die Einzelperson hinter der Adresse und verschickt den vorgefertigten Brief.
Auch wenn die BPI Kampagne mit dieser „Aufklärungskampagne“ die Aufmerksamkeit zweier der größten britischen ISPs “ erregt hat, haben andere ISPs die Zusammenarbeit wiederum rundweg abgelehnt. Carphone Warehouse stellt deutlich klar, dass sie lediglich den Zugang ins Internet anbieten: „Wir sind der Kanal, über den die Nutzer Zugriff auf das Internet beziehen. Weder kontrollieren wir das Internet, noch kontrollieren wir was die User im Internet tun. Ich kann mir keine Umstände vorstellen, in denen wir freiwillig die Verbindung zu einem der Accounts unserer Kunden unterbrechen würden, weil eine dritte Partei ein angebliches Fehlverhalten aufgezeigt hat“, sagte Charles Dunstone, der Geschäftsführer von Carphone Warehouse, gegenüber der BBC.
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