SuchenNewsletter / HinweiseUnser Newsletter informiert Sie regelmäßig über Neuerungen bei unwatched.org, wie beispielsweise neue Ausgaben von EDRi-gram. Abonnieren Sie ihn hier:
Gerne können Sie uns auch auf interessante Veranstaltungen und Webseiten hinweisen!
kommende Termine
EDRi-gram, Nr. 6.14, 16. Juli 2008 |
Datenschutzbeschwerden in Zusammenhang mit Googles Street View
1
Fr, 18/07/2008 - 18:58
Privacy International hat beim Büro des Informationskommissars (ICO) Beschwerde gegen Googles Street View-Fahrzeuge eingelegt, die richtige Fotografien von Straßenzügen und Personen machen, welche dann in Google Maps hochgeladen werden. Unverkennbare Street View-Fahrzeuge sind vor kurzem in London gesehen worden. Das System ermöglicht es Googles Usern, 360°-Fotos von Straßenzügen in Orten und Städten anzusehen, die von Google-Kameras katalogisiert werden. Privacy International hat sein Vorbehalte gegenüber Googles Praktiken in einem Brief an die Firma festgehalten: „Sie sind sich wahrscheinlich bewusst, dass Privacy International sich sowohl privat gegenüber Googles Juristenstab und den Medien gegenüber besorgt über eine Anzahl potentieller Verstöße gegen nationale Gesetze geäußert hat, die durch diese neue Technologie begangen werden könnten,“ heißt es in dem Brief, der vom Direktor Simon Davies unterzeichnet ist. Von Google heißt es, die Firma hätte eine Technologie eingeführt, die Gesichter und die Nummernschilder von Fahrzeugen verzerre, während die Aufnahmen gleichzeitig von höchster Qualität wären. Jane Horvath, Googles führende Anwältin in Sachen Datenschutz hat Davies geantwortet und erklärt, dass die Verzerrungstechnologie für Gesichter und Nummernschilder seit Mai im Einsatz sei. „Wie alle vergleichbaren Systeme dieser Größenordnung ist unsere Verzerrungstechnologie nicht perfekt – manchmal übersehen wir ein Gesicht oder ein Nummernschild, zum Beispiel wenn sie teilweise verdeckt sind oder in einem schwierigen Winkel liegen. (...) Dennoch haben wir die Technologie im Vorfeld gründlich ausgetestet und ich bin zuversichtlich, dass sie die überwältigende Mehrheit identifizierbarer Gesichter und Nummernschilder findet und verzerrt. Im Falle der wenigen, die wir tatsächlich übersehen sollten, machen es die Hilfsprogramme einfach für die User, ein Gesicht oder ein Nummernschild zu melden, damit es gesondert verzerrt werden kann. Wie üblich können die User nach wie vor verlangen, dass ihr Abbild vollständig aus dem Produkt entfernt wird,“ sagte Horvath. PI forderte Google in ihrem Brief auf, innerhalb von sieben Tagen die technischen Spezifikationen der verwendeten Verzerrungstechnologie bereitzustellen, andernfalls würde man Google beim ICO melden. Da die geforderten Informationen nicht eingingen, brachte die Gruppe eine Klage ein, die von einer Sprecherin des ICO bestätigt wurde: „Ja, wir haben eine Klage in diesem Fall erhalten und wir sehen sie durch. Wir werden mit Google in Kontakt treten, um mehr über ihre Machenschaften herauszufinden,“ sagte sie gegenüber The Register. All dies kommt zu einem Zeitpunkt, da das ICO Änderungen in den Europäischen Datenschutzgesetzen fordert, um mit der sich ständig ändernden Technologien mitzuhalten. „Das Europäische Datenschutzgesetz wird immer stärker als altmodisch angesehen, als bürokratisch und übertrieben verordnend. Man sieht ihm sein Alter mittlerweile an und gegenüber den neuen Herausforderungen im Datenschutz wie die Weitergabe persönlicher Daten über internationale Grenzen hinweg und dem enormen Anwachachsen persönlicher Informationen online zeigt es sich zunehmend hilflos. (...) Es ist höchste Zeit, das Gesetz zu überarbeiten und auf den neuesten Stand der modernen Welt zu bringen,“ sagte Richard Thomas, UK ICO. Das ICO hat RAND Corporation beauftragt, die Europäischen Datenschutzgesetze im Hinblick auf mögliche Reformen durchzusehen. Einige Urteile der letzten Zeit könnten sich zu Googles Vorteil auswirken. „Wenn die Fotos von einem Passanten gemacht wurden, um eine Szene in einer Straße zu zeigen und später als Straßenszenen veröffentlicht wurden, wäre es eine Sache, aber sie wurden nicht als Straßenszenen aufgenommen, sondern bewusst ausgewählt, dazu heimlich und im Hinblick auf ihre anschließende Veröffentlichung gemacht,“ sagte dazu Lord Hope in einem seiner Urteile. Andererseits hat Google nun auf der Hauptseite einen Link zu seiner Datenschutzpolitik aufgestellt, nachdem sich die Firma längere Zeit geziert hatte, den Forderungen der Datenschutzaktivisten nachzukommen. Die Google-Homepage führt nun das Wort „Datenschutz“ am unteren Rand. Hinter dem Wort steht ein Link zum Google Datenschutz Center. Google's spycar revs up UK privacy fears (7.07.2008) Privacy group protests about Street View, but Google says blurring protects privacy (7.07.2008) Google's controversial Street View hits the UK (3.07.2008) Google bows to pressure, adds privacy link to home page (7.07.2008) Google, privacy and Street View (4.07.2008) unwatched: Google StreetView might breach EU laws (21.05.2008) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/1050
|
Werbung |