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Startseite » EDRi-gram Nr. 4.5, 15. März 2006

ITU wünscht Verhaltenskodexe bei der Bewältigung globalen Spams

Verfasst von sac am 15. März 2006 - 6:00

Ein Bericht von der Internationalen Telekommunikations Union (ITU) zum Spamproblem vertritt die Meinung, dass es eine wirkungsvollere Herangehensweise wäre, die Einrichtung von durchsetzbaren Verhaltenskodexen durch Internetserviceprovider zu verlangen, aber gleichzeitig Anti-Spam-Gesetzgebungen in allen Ländern der Welt zu fördern.

ITU hat kürzlich seine 7. Ausgabe von "Trends in Telecommunication Reform" veröffentlicht, das die behördlichen Herausforderungen und Möglichkeiten zur Freigabe von ICT-Entwicklung überprüft. Der Bericht bietet Behörden Programme an, die sie einsetzen können, um die effektive und innovative Entwicklung und den Gebrauch von ICTs in einem konkurrenzgeprägten Klima zu fördern. Das 7. Kapitel, öffentlich zugänglich auf der Website der ITU, besteht aus einem Bericht von John Palfrey, dem Geschäftsführer des Berkman Center for Internet and Society, und behandelt die derzeitigen globalen Spamprobleme und deren mögliche Lösungen.

Der Bericht, der auch in einer Entwurfsform vom 14.-15. November 2005 beim Global Symposium for Regulators (GSR) in Tunesien, kurz vor der zweiten Phase des Weltgipfels der Informationsgesellschaft (WSIS), präsentiert wurde, sagt aus, dass Bemühungen der Regierungen zur Entgegnung von Internetspam durch die Aufspürung und sträflichen Verfolgung von Spammern, nur eine begrenzte Wirkung gehabt haben. Die Lösungsvorschläge sind im Allgemeinen eine Kombination von Methoden, einschließlich Anti-Spam-Gesetzen, die in allen Ländern gefördert werden sollten, durchsetzbaren Verhaltenskodexen, aber auch von Ausbildung und Aktionen zur Bewusstmachung.

Der Bericht folgert: „Trotz der Herausforderungen, die sicher vor uns liegen, sollten Behörden die Annahme eines Anti-Spam-Gesetzes fördern, das so gut wie möglich mit dem anderer Länder harmonisiert wird. Solch ein Anti-Spam-Gesetz könnte die Entwicklung von durchsetzbaren Verhaltenskodexen für ISPs einschließen und die Verantwortung für das Abschwächen von Spam näher dahin bringen, wo die technischen Fachkenntnisse liegen.“

Andere große Mitwirkende in der internationalen Internetdienstleistungsarena schlagen jedoch unterschiedliche Methoden vor. AOL hat kürzlich den umstrittenen Plan vorgelegt, Massen-e-mailern eine Gebühr aufzubrummen, wenn sie ihr Anti-Spam-System umgehen.

Eine große Koalition, einschließlich MoveOn, der Electronic Frontier Foundation und der Gun Owner of America, verkündete ihre Haltung zu AOLs Programm und meinte, dass es eine unfaires System zur Lieferung von E-Mails verursachen wird. Eine öffentliche Website wurde für alle NGOs und Personen erstellt, die die Opposition unterstützen. Die Gruppen sagen, dass Zahlungen nicht garantieren, dass eine Mitteilung rechtmäßig ist, und dass das zugelassene E-Mailprogramm Non-Profits und Mailing-List-Operatoren, deren Sendeschreiben häufig als Spam mißindentifiziert werden, nicht helfen wird.

Trends in Telecommunication Reform 2006: Regulating in the broadband world (8.03.2006)

Chapter 7: Stemming the International Tide of SPAM (8.03.2006)

Are Spam Blockers Too Strict? (06.03.2006)

An Open Letter to AOL (28.02.2006)

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