Britische Regierung verliert persönliche Daten von 25 Millionen Bürgern.

Der Britische Premierminister Gordon Brown musste sich beim Parlament entschuldigen, nachdem zwei CDs mit den persönlichen Daten von 25 Millionen Bürgern am Postweg verloren gegangen waren.

Die CDs enthielten die Datenbank über das Kindergeld – eine Sozialhilfe, die alle Familien mit Kindern in Großbritannien beziehen. Die Daten beinhalten die Namen der Eltern und Kinder, Adressen und Geburtsdaten sowie die Sozialversicherungsnummern der Eltern und Informationen über Bankkonten. Die CDs waren nicht verschlüsselt worden, sondern nur „passwortgeschützt“. Großbritanniens ranghöchster Steuerbeamter, der Leiter des HM Revenue & Customs, ist zurückgetreten.

Die Geschichte hat sich in zahlreiche andere Systeme fortgesetzt, die von der Regierung installiert werden, um noch mehr Informationen über Bürger für noch mehr Angestellte im öffentlichen Sektor zugänglich zu machen. Zum Beispiel ist geplant, die Datenbanken über Kinder miteinander zu vernetzen, damit die Krankengeschichten, Schulakten, polizeiliche Akten und Aufzeichnungen von Sozialarbeitern für Angestellte zugänglich sind, die mit dem Kind oder den Eltern in Kontakt treten; der Plan wurde in einem Bericht des EDRI-Mitglieds Foundation for Information Policy Research (FIPR) für den Leiter der nationalen Datenschutzbehörde im November 2006 als sowohl unsicher als auch illegal befunden. Außerdem ist geplant, etliche nationale Datenbanken für Krankengeschichten aufzubauen, in denen die Krankengeschichten über Millionen von Patienten gespeichert werden; ein Bericht eines parlamentarischen Gesundheitsausschusses drängt darauf, dass die Patienten das Recht erhalten müssen, sich gegen eine Aufnahme zu weigern.

Die Regierung hat solche Bedenken beiseite geschoben und das Programm eines „Datenbankstaates“ weiter vorangetrieben. Dennoch hat der Skandal die Privatsphäre und den Datenschutz ins Zentrum der politischen Tagesordnung gerückt.

Government security failure (20.11.2007)

Brown apologises for data blunder (21.11.2007)

Government under pressure over taxman's giant blunder (21.11.2007)

Second-class and lost in the post (21.11.2007)

(Beitrag von Ross Anderson - EDRI-Mitglied FIPR - UK)