Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich berichtet von einer - im Vergleich zu den vergangenen Jahren - deutlich höheren Überwachung am Arbeitsplatz. Die Beratung von Betriebsräten hinsichtlich technischer Kontrollmöglichkeiten für Arbeitnehmer habe sich innerhalb von 1,5 Jahren sogar verdreifacht, erklärt Doris Formann, AK-Datenschutzexpertin.
So führte eine IFES-Studie im Auftrag der AK Oberösterreich zu dem Ergebnis, dass sich rund 60 % der befragten Arbeitnehmer vermehrt überwacht fühlen. Dabei reichen die Methoden von Videokameras über Überwachung der Email-Nutzung hin zu Befragungen von Arbeitskollegen. Hier einige Ergebnisse in Prozenten:
Oftmals sollen die Arbeitnehmer durch ihre Vorgesetzten nicht einmal über die Überwachung und Kontrolle informiert werden. Dabei rät die AK Argebitgebern dazu ihren Angestellten von vornherein klare Spielregeln aufzustellen, anstatt ihnen ein permanentes Gefühl des Beobachtetwerdens zu vermitteln. Dies könne für Arbeitnehmer sehr belastend sein und sich somit auf ihre Arbeit auswirken.
Auch im Umgang mit personenbezogenen Daten ihrer Beschäftigten geraten Unternehmen in die Kritik der AK. Diese wirft etlichen Unternehmen vor, dass sie "personenbezogene Daten ohne das Wissen der Betroffenen an Konzernzentralen übermitteln, Gesundheitsdaten sammeln und sie per E-Mail verteilen [und] anhand von Leistungs- oder Arbeitszeitdaten Persönlichkeitsprofile erstellen". Die AK verurteilt derlei Vorgehen entschieden und fordert auch in der Arbeitswelt spezielle Datenschutzregelungen.
[unwatched / AK-OÖ]