Einige deutsche Bibliotheken veröffentlichen ihre Katalogdaten


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Englisch: Several German libraries are releasing their catalogue data openly

Einige deutsche Bibliotheken, zumeist aus Köln, kündigten am 15. März 2010 zu Beginn des Leipziger Kongresses für Information und Bibliothek an,
5,4 Millionen bibliographischer Datensätze unter einer Open Licence veröffentlichen zu wollen.

Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB), die Bibliothek/Mediathek der Kunsthochschule für Medien Köln, die Hochschulbibliothek der Fachhochschule Köln und das Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz sind in Kooperation mit dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) die ersten deutschen Bibliotheken, die den Grundsatz des Open Access für ihre Katalogdaten einführen, indem sie diese unter der Creative Commons Zero-Lizenz (CC0) veröffentlichen.

Rolf Thiele, stellvertretender Direktor der USB Köln, erklärt: „Bibliotheken begrüßen die Open Access-Bewegung, weil sie sich selbst dazu verpflichtet fühlen, einen unbeschränkten Zugang zu Wissen zu ermöglichen. Einen derartigen Zugang zu bibliographischen Daten zu unterstützen und somit die Idee des Open Access bei den eigenen Daten anzuwende, sei bisher außen vor geblieben. Bisher bestand nicht die Möglichkeit, Bibliothekskataloge als Ganzes herunterzuladen. Dies wird nun möglich. Wir machen einen ersten Schritt hin zu einer weltweiten Sichtbarkeit von Bibliotheksbeständen im Internet.“

Silke Schomburg, stellvertretende Direktorin des Hochschulbibliothekszentrums des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte, dass diese „Bibliotheken aus öffentlichen Geldern finanziert sind. Und was die Öffentlichkeit bezahlt hat, sollte ihr auch uneingeschränkt zur Verfügung stehen." Sie weist auch darauf hin, dass die Katalogdaten der Bibliotheken zur Entwicklung des Internets beitragen können und bringt das Beispiel von Wikipedia Deutschland und der Nutzung der Daten der Deutschen Nationalbibliothek unter einer Open Licence.

In dem Bestreben sich aktiv am semantischen Web zu beteiligen, führt das Hochschulbibliothekszentrum auch Gespräche mit anderen öffentlichen Bibliotheken seines Netzwerkes.

Die Bibliothek des europäischen Kernforschungszentrums (CERN) veröffentlichte seine Datensätze bereits im Jänner unter einer sogenannten Public-Domain-Lizenz.

March 2010: Releasing catalogue data: Cologne-based libraries to pioneer Open Data practices (15.03.2010)

Open Access: Bibliotheken geben Katalogdaten frei

Leipziger Kongress für Information und Bibliothek

North Rhine-Westphalian Library Service Centre : Linked Open Data