US-Behörden entziehen spanischen Sportstreamingseiten die Domain
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Englisch: Spanish sports streaming domain seized by US authorities without warning
Die US-Behörden haben kürzlich im Zuge ihrer „Operation In Our Sites“ etlichen Sportstreamingseiten wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen ohne jegliche Vorwarnung die Domainnamen entzogen. Die Operation wurde im Juli 2010 gestartet und zielt auf Webseiten ab, die ihren Nutzern angeblich urheberrechtlich geschütztes Material ohne Zustimmung der Rechteinhaber anbieten.
Im Juli 2010 haben das Justizministerium (DOJ) und die Einwanderungs- und Zolleinheit (ICE) des Heimatschutzministeriums einer Reihe von Film-Webseiten die Domains entzogen. Nun geht es um Betreiber von Sportstreamingseiten. Zu den jüngst betroffenen Seiten zählt auch Rojadirecta.org, eine beliebte Sportseite, obwohl die Seite einer spanischen Gesellschaft gehört und der einzige Bezug zu den USA darin besteht, dass die .org-Domain von einer US-Gesellschaft verwaltet wird.
Zudem wurde die Seite bereits durch zwei spanische Gerichtsentscheide aus 2009 und 2010, die von Sportrechteinhaber Audivisual Sport im Jahre 2007 angestrengt worden waren, für rechtmäßig erklärt. „Unserer Meinung nach haben die US-Behörden massiv gegen das spanische Rechtssystem verstoßen und die spanische Souveränität verletzt,“ so Igor Seoane, Betreiber von Rojadirecta gegenüber TorrentFreak. Rojadirecta ist eine Streaming-Seite und hostet kein in irgendeiner Form geschütztes Material, listet aber HTTP-Links zu Sportstreams auf, so dass diese im Internet gefunden werden können, und verlinkt zu Torrent-Files, die auf anderen Seiten gehostet werden.
Der Entzug einer Seitendomain, die in Spanien bereits für rechtmäßig erklärt worden ist, lässt Bedenken wegen generischer Domainnamen aufkommen, die exklusiv von US-Unternehmen kontrolliert werden. Ohne die Seitenbetreiber auch nur kontaktiert zu haben können die US-Behörden eine richterlicher Anordnung von einem Bezirksgericht erwirken und können diese dazu benutzen, um die Kontrolle über Domains zu übernehmen, auch wenn die Seiten nicht von den USA aus betrieben werden. Das kommt einer US-Zensur über große Teile des Internets gleich.
Neben Rojadirecta.org haben das DOJ und die ICE auch etlichen anderen Sportstreamingseiten die Domains entzogen – nur wenige Tage vor der Super Bowl, der meist gesehenen amerikanischen Fernseh-Ausstrahlung. Und dieses Vorgehen scheint Methode zu haben, denn im November hatten die US-Behörden einigen Online-Händlern ihre Domains wegen angeblichen Verkaufs gefälschter Waren entzogen – nur wenige Tage vor dem "Cyber Monday", einem umsatzstarken Online-Aktionstag im Vorfeld des Thanksgiving-Festes.
Die betroffenen Seiten ergriffen rasch die Möglichkeit, zu alternativen Domains zu wechseln. Rojadirecta ist derzeit über verschiedene Alternativdomains zu erreichen, etwa .es, .in und .me. Channelsurfing.net, dem auch die Domain entzogen worden war, ist nun über Channelsurf.eu erreichbar, Atdhe.net hat zu Atdhenet.tv gewechselt, und Ilemi.com zu Ilemi.tv.
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