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Startseite » EDRi-gram Nr. 10.13, 4. Juli 2012

Do Not Track: Standpunkt der Europäischen Kommission

Verfasst von sac am 10. Juli 2012 - 13:11
  • EU Politik
  • Privatsphäre


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: European Commission position on Do Not Track

Auch die Europäische Kommission hat sich beim World Wide Web Consortium (W3C) an der Diskussion um die Do Not Track-Technologie (DNT) beteiligt. Die Kommission forderte das W3C in einem Brief auf, Browserbetreiber zu verpflichten Internetnutzern bei der Installierung oder dem ersten Starten eines Browsers DNT-Optionen zu geben und diesen zu ermöglichen die Standardeinstellungen des Browsers zu ändern.

DNT ist ein Standardmechanismus, das anzeigt ob ein Internetnutzer erlaubt, dass Online-Werbetreibende und Websites seine / ihre Online-Aktivitäten mitverfolgen. „Der Standard sollte zusehen, dass der Nutzer bei der Installation oder der ersten Nutzung des Browsers über die Bedeutung seiner DNT-Entscheidung, sowie die Standardeinstellungen informiert und dazu angeregt wird und die Erlaubnis erhält diese Einstellung zu ändern“, erklärt Robert Madelin, der bis vor Kurzem noch Chef des Generaldirektorats für Informationsgesellschaft und Medien des EC war, in dem Brief.

Microsoft kündigt am 31. Mai 2012 bereits an, dass der Internet Explorer 10 (IE10) DNT als Standardeinstellungen unterstützen werde. Das W3C vertritt jedoch einen gegenteiligen Standpunkt. In einem Entwurf, der nach der Ankündigung Microsofts veröffentlicht wurde, erklärt das W3C, dass Internetnutzer eine Wahlmöglichkeit haben sollten, und dass ein Browserbetreiber ihnen die Wahl nicht abnehmen sollte – eine Einstellung, die von Firefox geteilt wird.

Die Kommission fühlt sich von der Lösung Microsofts offensichtlich nicht gestört. Die Kommission ist nicht der Ansicht, dass die Werks- und Standardeinstellungen von Ausgabegeräten die Wahl der Besitzer zwangsläufig beeinflussen, so Madelin. Doch auch Datenschützer tendieren dazu sich gegen DNT als Standardeinstellungen zu äußern. Diese sollte ihrer Ansicht nach den Nutzern nicht von den Herstellern aufgezwungen werden, sondern der Entscheidung des Nutzers überlassen werden. Die Kommission interessiert sich hauptsächlich für die Aufklärung der Nutzer, wenn man bedenkt dass es ihr nicht darum geht, ob DNT als Standardeinstellungen verfügbar wird oder nicht, sondern darum klare Informationen über die Do Not Track-Technologie zur Verfügung zu stellen.

In der vergangenen Woche wurde DNT auch in den USA im Rahmen einer Anhörung („Die Notwendigkeit von Datenschutzmaßnahmen: Ist eine Selbstregulierung ausreichend?“) des Senatsausschusses für Handel, Wissenschaft und Verkehr öffentlich behandelt.

In jedem Fall scheinen sich alle in einem Punkt einig zu sein – DNT ist notwendig und muss so bald wie möglich implementiert werden.

* Tracking Preference Expression (DNT) - W3C Working Draft (13.03.2012)
* Letter of European Commission Information Society and Media Directorate- General to the Worldwide Web Consortium Tracking Protection Working Group (21.06.2012)
* Do Not Track: Europäische Kommission stimmt Microsoft zu (Französisch, 25.06.2012)
* Europe officials want all browsers to prompt users to set their privacy choice (25.06.2012)
* Do Not Track: Die serienmäßige Einstellung ist kein Problem für Brüssel (Französisch, 26.06.2012)
* Report from the US meeting at the Senate Committee on Commerce, Science and Transportation (29.06.2012)

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