In zwei Jahren vervierfacht: Illegaler Datenhandel auf Allzeithoch
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Im vergangenen Halbjahr wurde weltweit mit mehr als 20 Millionen illegalen Datensätzen Handel getrieben. Der Informationsdienstleister Experian ortet einen starken Anstieg des Handels mit Kreditkarteninformationen von Internetnutzern und verbindet diesen Umstand mit der Verbreitung kostenpflichtiger Dienste im Web. Insgesamt habe sich der Datenhandel seit 2010 vervierfacht.
Durchschnittlich 40 Konten
"Es gibt eine riesige Dunkelziffer. Die Kreditinstitute wissen zwar darüber Bescheid, dass ihre Kunden im Visier von Betrügern sind, sie können aber nur in Intervallen reagieren. Die Kriminellen werden auch immer geschickter, weil sie nur kleine Beträge abheben, was der Kunde oder die Firma im Regelfall nicht sofort erkennen", erklärt der Kriminalbeamte Herbert Reisenzein im Gespräch mit pressetext.
Der besorgniserregende Anstieg des illegalen Datenhandels betrifft vor allem die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, die im Durchschnitt 40 verschiedene Konten bei iTunes und Co angelegt haben. Obwohl Kreditinstitute vermehrt in die IT-Sicherheit investieren und versuchen ihre Kunden über die Gefahren, die im Netz lauern, aufzuklären, mehren sich die kriminellen Machenschaften rapide.
Accounts in fünf Stunden gehackt
Die Datensätze, die private Informationen und Bankverbindungen von Internet-Nutzern beinhalten, werden für bis zu 30 Dollar pro Stück an kriminelle Vereinigungen und Einzeltäter verkauft, die mit den Daten auf Beutejagd gehen. Die verbreitetste Form des Internetbetrugs ist der Identitätsdiebstahl. Dabei loggen sich die Täter in E-Mail-Konten ihrer Opfer ein und suchen nach Bankverbindungen und Kreditkarteninformationen.
Die Forscher von Experian haben für ihre Studie acht E-Mail-Kontoen angelegt, um zu beobachten, wie lange es dauert, bis sie infiltriert werden. Innerhalb von fünf Stunden wurden alle Konten gehackt. Die Kriminellen loggten sich aus verschiedenen Ländern wie Albanien und Südafrika ein. Dabei stürzten sich die Online-Betrüger auf private E-Mails und Bestätigungsnachrichten, in denen sie nach Passwörtern und Benutzernamen Ausschau hielten.
70 Millionen Euro Schaden in Deutschland
Laut den Forschern wurden 2010 rund 9,5 Millionen Datensätze gesammelt, 2011 stieg die Zahl bereits auf 19,04 Millionen und bis zum Ende dieses Jahres erwarten sie sich sogar, dass die 40-Millionen-Grenze überschritten wird. Die Experten empfehlen die Verwendung unterschiedlicher Passwörter, damit es den Betrüger unmöglich gemacht wird mit einem einzigen Datensatz Zugang zu allen Konten zu erlangen.
Dem Lagebericht des Bundeskriminalamts zufolge hat es 2011 in Deutschland rund 60.000 Fälle von Internet-Kriminalität gegeben. Der verursachte Schaden ist um 16 Prozent auf schätzungsweise 71,2 Millionen Euro gestiegen. Mit Phishing-Mails und dem missbräuchlichen Einsatz von Kreditkartendaten sei ein Schaden von rund 50 Millionen Euro entstanden. [unwatched / pte]
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Bild: Setreset/Wikimedia (CC-BY SA 3.0)


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