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McDonald's & Co.: Handelsbehörde soll Verstöße gegen Kinder-Datenschutz prüfen

Internetbrowser

Das US-amerikanische Gesetz Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) dient dem Schutz der Daten Minderjähriger im Internet. Eine der wesentlichsten Bestimmungen des Gesetzes ist, dass Betreiber von Websites unter keinen Umständen Informationen über Kinder unter 13 Jahren sammeln dürfen, solange ihre Eltern nicht nachweislich ihr Einverständnis erklärt haben. Doch genau dies tun offensichtlich zahlreiche auf Kinder ausgerichtete Websites. Sechs solche Websites dürften sich demnächst vor der US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) rechtfertigen müssen.

Konkret handelt es sich dabei um die Websites HappyMeal.com (Inhaber McDonald's), Nick.com (Viacom), ReesesPuffs.com (General Mills), SubwayKids.com, TrixWorld.com (General Mills) und CartoonNetwork.com (Turner). Sie alle bieten Kindern diverse Spiele und Aktivitäten, um ihnen die jeweilige Marke näher zu bringen. Dabei werden die Kinder immer wieder aufgefordert, die E-Mail-Adressen ihrer Freunde bekannt zu geben, etwa um diese ebenfalls zum Spielen einzuladen.

Koalition plant Beschwerde

Da die Bekanntgabe dieser Informationen im Normalfall jedoch ohne das Einverständnis der Eltern vonstatten geht, verstoßen die Websites eindeutig gegen das COPPA-Gesetz, kritisiert eine Koalition von mehr als 20 Organisationen, die sich für Kinderrechte, Gesundheit und das Allgemeinwohl einsetzen. Sie planen nun entsprechende Beschwerden bei der zuständigen Handelsbehörde einzureichen.

Die Kinder würden für Marketingzwecke missbraucht, kritisiert RA Laura Moy vom Center for Digital Democracy, welches als Beschwerdeführer auftritt. Laut geltendem Recht dürfen Unternehmen nicht ohne Weiteres E-Mail-Adressen von Kindern sammeln und ihnen auf direktem Wege Werbematerial zusenden, erklärt Moy. Um diese Regelung zu umgehen, blenden die Unternehmen einfach Nachrichten, wie etwa „Spiele mit und teile das Spiel mit deinen Freunden“, ein, um auf diese Weise an die Kontaktdaten neuer potentieller Kunden zu gelangen, so Moy. Das Einladen von Freunden im Allgemeinen ist unter Experten als „Tell a Friend“ oder „Refer a Friend“ bekannt und zählt zu den gängigen Marketingmethoden.

Websites sollen Kinder auch tracken

Neben dem unerlaubten Sammeln von Informationen wirft die Koalition den Unternehmen auch vor, dass diese das Online-Verhalten von Kindern überwachen würden oder Kinder gar auffordern, ihre Fotos hochzuladen. Auch diese Punkte sollten von der FTC untersucht werden, fordern die Organisationen in einem Brief an die Handelsbehörde.

Die Unternehmen selbst weisen die Vorwürfe von sich. Man nehme Online-Datenschutz sehr ernst und halte sich an das Gesetz, heißt es.

Unterdessen plant die FTC das COPPA-Gesetz zu überarbeiten, so dass der Datenschutz für Kinder auch angesichts neuer Technologien gewährleistet wird. So wolle man den Anwendungsbereich der Bestimmungen etwa auch auf mobile Geräte ausweiten. Auch sollen Tracking-Informationen und Fotos in die Liste der zu schützenden Inhalte aufgenommen werden. [unwatched / NYT]

Weitere Fälle, in denen die FTC im Sinne des COPPA-Gesetzes tätig war:
Bußgeld: App-Entwickler sammelte Daten von Kindern
Bußgeld: Disney-Tochter Playdom hat Daten von Kindern gesammelt

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Bild: ©: tommyS / pixelio.de