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ELGA: Ärztekammer startet Info-Kampagne gegen elektronische Gesundheitsakte

 Die Ärztekammer warnt vor politisch motiviertem Datenschutzverlust.

"Wir machen ELGA wieder zum Thema", kündigt der Präsident der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres, an. Deshalb startet die Ärztekammer in diesen Tagen unter dem Motto ELGA? So nicht! eine Kampagne in Wiens Ordinationen, die Patientinnen und Patienten die Möglichkeit geben soll, gegen die elektronische Gesundheitsakte in der geplanten Form zu protestieren.

"Wir wollen den Patientinnen und Patienten unsere Bedenken und Verbesserungsvorschläge zur elektronischen Gesundheitsakte vermitteln, und zwar direkt in der Arztpraxis", erklärt der Ärztechef. Denn den meisten sei nach wie vor nicht bewusst, welche Folgen ELGA für den Praxisalltag mit sich bringe.

Der Sektionsobmann für Allgemeinmedizin der Wiener Ärztekammer, Wolfgang Werner, bemängelt neben der Praxistauglichkeit von ELGA vor allem die fehlende Datensicherheit. Er bekräftigt die zentrale Forderung der Ärztekammer, dass die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben sollen, sich freiwillig und aktiv für ELGA zu entscheiden, anstatt aussteigen zu müssen, wenn sie Bedenken gegen das System haben. "Ein Ausstieg aus ELGA ist ein bürokratischer Schritt, der für viele Patientinnen und Patienten unzumutbar ist", so Werner.

Aus diesem Grund hat sich die Ärztekammer dazu entschlossen, in Wiens Ordinationen Informationsmaterial zum Thema ELGA sowie Listen aufzulegen, auf denen Patientinnen und Patienten, die dem derzeitigen ELGA-Gesetzesentwurf nicht zustimmen, unterschreiben können. Ärztekammerpräsident Szekeres resümiert: "Wir fordern eine datensichere, freiwillige, kostengünstige und patientenfreundliche Gesundheitsakte und werden uns weiterhin konsequent für eine solche einsetzen."

Unterdessen haben die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) und das Gesundheitsministerium am vergangenen Freitag neue Gespräche hinsichtlich der weiteren Vorgangsweise rund um die Einführung von ELGA gestartet. Dabei forderte die Ärztekammer die Einrichtung von Arbeitsgruppen, um noch ungeklärte Fragen gemeinsam mit Experten aufarbeiten zu können. Weiters formulierte die Ärztekammer folgende fünf Forderungen:

  • Nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte sollen freiwillig an ELGA teilnehmen können.
  • ELGA muss die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte erleichtern und darf keinen weiteren Zeitaufwand zulasten von Ärzten und Patienten bedeuten.
  • Sämtliche Daten dürfen nur verschlüsselt versandt und gespeichert werden. Darüber hinaus sind alle Verantwortlichkeiten eindeutig zu definieren.
  • Für niedergelassene Ärzte ist eine Anschubfinanzierung durch die öffentliche Hand sicherzustellen. Folgekosten, die den Ordinationen aus der Einführung von ELGA erwachsen, sind in Verträgen mit der Sozialversicherung zu regeln./li>
  • Der elektronische Gesundheitsakt soll in mindestens einer Proberegion
    auf seine Praxistauglichkeit getestet werden.

Vom Ausgang dieser Gespräche dürfte die weitere Position der Ärztekammer gegenüber ELGA abhängig sein. [unwatched / apa-ots]

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Bild: © Ärztekammer Wien