Urheberrecht: Dänemark setzt auf Ausbau legaler Lösungen statt Three-Strikes
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Nachdem die Dänen im Kampf gegen Filesharing und den damit verbundenen Urheberrechtsverletzungen im Internet ernsthaft den Einsatz einer Three-Strikes-Regelung in Betracht gezogen hatten, setzt die dänische Regierung nun doch auf den Ausbau legaler Dienste.
Anstatt also Internetprovider dazu zu verpflichten den mutmaßlichen Urheberrechtsverletzern unter ihren Kunden Warnbriefe zu senden – eine Sperre des Internetzugangs war nicht vorgesehen - sollen die Entwicklung legaler Möglichkeiten zum Konsum von Musikstücken und Filmen gestärkt und Nutzer zur Suche nach legalen Lösungen motiviert werden, so der dänische Kulturminister Uffe Elbæk, der acht entsprechende Initiativen vorstellte.
So soll etwa eine Informationskampagne – in Zusammenarbeit mit der Telekommunikationsindustrie, den Rechteinhaber und Verbraucherschützern - die dänische Bevölkerung über die vielen Möglichkeiten legal Musik, Filme und Bücher zu beziehen, aufklären. Zudem soll eine Arbeitsgruppe der Rechteindustrie eingerichtet werden, die auf den Seiten illegaler Dienste und sozialer Netzwerke proaktiv auf die Rechtsverletzer zugehen und diese über Alternativen informieren soll.
Und so sehen die weiteren Initiativen aus:
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Ein so genanntes „Innovation Forum“ soll eine Plattform für all jene darstellen, die digitale Geschäftsmodelle im Bereich des Urheberrechts entwickeln möchten.
Eine weitere Aufklärungskampagne soll Internetnutzern helfen ihre ungesicherten WLAN-Netzwerke zu sichern. Außerdem sollen Hardware-Entwickler an automatischen Lösungen für die Zukunft arbeiten.
Die Aufklärung soll auch auf dem Papier stattfinden: Die an Kunden verschickten Provider-Rechnungen sollen Warnungen enthalten und die Internetnutzer daran erinnern ihre Internetverbindungen zu sichern und legale Dienste zu bevorzugen.
Auch werde man sich verstärkt darum bemühen illegales Material schnellstmöglich aus dem Internet zu entfernen. Dies geht jedoch bedauerlicherweise mit dem Versuch einher den Sperrprozess von Websites wie The Pirate Bay zu beschleunigen. Auch sollen Provider und Rechteinhaber einen gemeinsamen Verhaltenskodex für Netzsperren entwickeln.Auf diese Weise müsste die Rechteindustrie jeweils nur eine richterliche Sperrverfügung gegen einen einzelnen Provider erwirken. Es läge dann an dem betroffenen Provider alle weiteren ISPs über die Sperre zu informieren. Ob die Provider mit dem Unterzeichnen des Verhaltenskodexes gleichzeitig im Recht aufgeben im Falle einer Sperrverfügung in Berufung zu gehen, ist bislang unklar.
Während sich die Gegner des Three-Strikes-Modells erfreut darüber zeigen, dass sich die Urheberrechtsindustrie in diesem Punkt nicht durchsetzen konnte, wird die Rechteindustrie selbst wohl weniger zufrieden damit sein, dass nun keine Bestrafung der kriminellen Endverbraucher stattfindet. [unwatched / TorrentFreak / netzpolitik]
Kurz-URL zu diesem Artikel: http://unurl.org/hSX
Bild: Xander


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