Direkt zum Inhalt

Weltgrößte Datenbank: US-Unternehmen handelt mit 500 Millionen Verbraucherdaten

Keine Privatsphäre im Internet

Das auf Database-Marketing spezialisierte Unternehmen Acxiom ist derzeit damit beschäftigt, mit Hilfe von über 23.000 Servern Daten über erwachsene Amerikaner zu sammeln, zu vergleichen und zu analysieren. Erhoben werden Alter, Rasse, Geschlecht, Gewicht, Familienstand, Ausbildungsgrad, politische Einstellung, Kaufverhalten, Urlaubsträume und noch vieles mehr. Mit der Datenbank hat Acxiom mehr Einblick in das Leben der Amerikaner als FBI, IRS, Facebook oder Google, berichtet die New York Times.

Weltweit über 500 Millionen Personen erfasst

Dabei haben bislang nur wenige je etwas von Acxiom gehört. Analysten gehen jedoch davon aus, dass das Unternehmen die weltgrößte kommerzielle Datenbank über Konsumenten zusammengestellt hat. Und es will noch viel mehr wissen: Seine Server verarbeiten pro Jahr mehr als 50 Billionen Datentransaktionen. Laut eigenen Angaben enthält die Datenbank weltweit mehr als 500 Mio. aktive Konsumenten. Über jeden sind rund 1.500 Datenpunkte bekannt. Zu dieser Gruppe gehört auch der Großteil der erwachsenen Amerikaner.

Das Gewinnen der Daten und auch die Analyse sind legal. Die Daten basieren auf öffentlichen Registern, Konsumentenumfragen und ähnlichen Quellen. Zu den Kunden von Acxiom gehören Banken wie Wells Fargo und HSBC, Investmentfirmen wie E*Trade oder auch Autohersteller wie Toyota und Ford, aber auch Kaufhausketten wie Macy's.

Keine Handhabe gegen Sammelwut

Den Preis für den Profit des Unternehmens zahlen jedoch die Konsumenten. Laut den US-Bundesbehörden sind die derzeitigen Gesetze nicht auf die rasende Expansion einer Industrie ausgerichtet, die häufig sensible Finanz- oder Gesundheitsdaten sammelt und verkauft. Die persönlichen Daten eines Menschen werden bis ins Detail ausgewertet und an den Höchstbietenden verkauft – und das von einem Unternehmen, von dem die meisten Menschen nicht einmal wissen.

Julie Brill von der US-Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) würde sich wünschen, dass Datenbroker generell öffentlich machen, welche Daten sie sammeln, wie diese abgespeichert und genutzt werden und wer Zugriff auf die Daten hat. "Wenn jemand als Diabetiker aufscheint oder schwanger ist, was passiert mit dieser Information?", fragt sich Brill. Die Datenschutzbeauftragte von Acxiom, Jennifer Barrett Glasgow, und andere Mitarbeiter des Unternehmens geben sich jedoch verschwiegen und waren gegenüber der New York Times zu keiner Stellungnahme bereit. [unwatched / pte]

Kurz-URL zu diesem Artikel: http://unurl.org/hR9
Bild: © Gerd Altmann / pixelio.de