Scoring: Berufssuchmaschine bewertet Bewerber nach Facebook-Profilen
Bereits im September des vergangenen Jahres ging der Webdienst Identified in den USA an den Start. Die Berufssuchmaschine, die bisher nur in einer Beta-Version verfügbar ist, hat sich das Ziel gesetzt Bewerbern und Arbeitgebern die Suche zu erleichtern.
Die Hauptaufgabe des Dienstes ist es Profile von Arbeitsuchenden zu erstellen, diese in den Kategorien Berufsleben, Ausbildung und Soziale Netzwerke zu bewerten und ihnen einen Scorewert zwischen 0 und 100 zuzuteilen. Neben der Bewertung und den entsprechenden Scorewerten in einzelnen Kategorien, erhält jeder Nutzer unter Berücksichtigung aller Informationen zusätzlich auch einen Gesamtscore.
Auf diese Weise sei es möglich, den Unternehmen entsprechend den Suchkriterien die geeignetsten Bewerber anzuzeigen. Umgekehrt haben auch Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich die Bewertung von Unternehmen anzusehen oder ihre eigenen Scorewerte mit jenen von Freunden, Mitstudenten etc. zu vergleichen. Brendan Wallace und Adeyemi Ajao, die Gründer und Geschäftsführer von Identified, bezeichnen ihre Methode als „Google-Ranking für Menschen“.
Die für die Bewertung nötigen Informationen werden in erster Linie aus den Facebook-Profilen der Nutzer generiert. Je mehr Informationen Identified dabei zur Verfügung stehen – insbesondere Name, Profilfoto, Kontakte sowie Informationen zu Ausbildung und Beruf – desto höher falle in der Regel der Score der Person aus. Dies führt jedoch dazu, dass Bewerber dazu genötigt werden immer mehr Informationen zu ihrer Person auf Facebook zu veröffentlichen, um einen möglichst hohen Scorewert zu erreichen.
Datenschutzrechtlich besonders bedenklich ist, dass neben den Daten der Identified-Nutzer auch die Informationen ihrer Facebook-Freunde ausgewertet und Scores von nicht registrierten Personen berechnet werden. So soll bereits zum Projektstart im September der Großteil der 40 Millionen Personen, zu denen Informationen verfügbar waren, nicht registriert gewesen sein.
Wenig tröstlich ist dabei, dass die Profile von Nichtregistrierten nur von registrierten Nutzern eingesehen werden können, während registrierte Profile öffentlich zugänglich sind. Jedoch auch mit der kleinen Einschränkung, dass die allgemeinen Profile registrierter Nutzer von jedem, ihre Scorewerte jedoch nur von ebenfalls registrierten Nutzern eingesehen werden können. All dies soll immer mehr Personen anregen, sich bei Identified zu registrieren.
Zu den prominenten Unternehmen, die die Dienste von Identified in Anspruch nehmen, sollen unter anderem Google, Disney oder Levi Strauss gehören.
[unwatched / Forbes / datenschutz.de]


Neueste Kommentare
vor 1 Tag 7 Stunden
vor 3 Wochen 5 Tage
vor 5 Wochen 6 Tage
vor 6 Wochen 6 Tage
vor 6 Wochen 6 Tage
vor 7 Wochen 21 Stunden
vor 8 Wochen 19 Stunden
vor 8 Wochen 1 Tag
vor 8 Wochen 1 Tag
vor 8 Wochen 2 Tage