Urheberrecht: Hollywood-Studios des Filesharings überführt
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Bild: Xander
Mitarbeiter der großen Hollywood-Studios NBC Universal, Sony Pictures und Fox Entertainment wurden auf frischer Tat beim Verstoß gegen die Urheberrechtsgesetze ertappt, deren Einhaltung die Unternehmen so aggressiv fordern, wie torrentfreak.com berichtet. Auch Angestellte einer holländischen Rechteverwertungsgesellschaft und einer US-Kirche haben sich augenscheinlich an verbotenen Früchten gelabt.
Filme und Serien
Die Urheberrechtsverletzungen der Anti-Piraterie-Verfechter wurden von findigen Bloggern mithilfe der russischen Plattform YouHaveDownloaded.com entlarvt. Die Seite zeigt nach Eingabe einer IP-Adreese die jeweils via BitTorrent getätigten Downloads an (unwatched berichtete). Da Computer innerhalb von Firmennetzwerken durch IP-Adressbereiche eindeutig identifizierbar sind, war es für Unruhestifter ein Leichtes, die betroffenen Firmen zu überprüfen und anzuprangern. Dabei ermöglicht YouHaveDownloaded.com keinesfalls eine lückenlose Überwachung des BitTorrent-Verkehrs.
"Die Gesetzeslage erfordert eindeutige Beweise. Das heißt, dass auch Anti-Piraterie-Organisationen ab und an zu Testzwecken geschützte Inhalte herunterladen", sagt Christine Ehlers von der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Im Falle der Hollywood-Studios kann davon allerdings keine Rede sein. Hier haben Angestellte Filme, Serien und Musik heruntergeladen, die von der Konkurrenz produziert wurden. "Dieses Vorgehen ist in diesem Fall rechtlich nur für eigene Produkte gedeckt", so Ehlers. Bei der Suche nach schwarzen Schafen sind Blogger auf eine ganze Reihe von Adressen innerhalb von Firmennetzwerken gestoßen, unter denen größere Mengen an urheberrechtlich geschütztem Material heruntergeladen wurden. Durch die Funktionsweise von YouHaveDownloaded.com gibt es zusätzlich eine Dunkelziffer.
Gestohlene Adressen
Die letzten Ziffern der IP-Adressen haben die Aufdecker übrigens geschwärzt, um einzelnen Angestellten Ärger zu ersparen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass eine IP-Adresse innerhalb des Firmennetzwerks nicht eindeutig einer Person zuzuweisen ist. Auch von einer Adresse, die der Church of Good zugewiesen werden kann, wurden illegal Inhalte gesaugt. Die Beispiele aus den USA haben auch Blogger aus Holland auf den Plan gerufen. Die konnten prompt BitTorrent-Downloads zu IP-Adressen der holländischen Rechteverwertungsgesellschaft Buma/Stemra zurückverfolgen.
Daraufhin hat die Buma/Stemra eine Presseaussendung herausgegeben. Diese besagt, dass die IP-Adressen von Außenstehenden gekapert worden sind. Das ist technisch durchaus möglich. Auch die betroffenen Hollywood-Studios könnten sich darauf berufen. Das würde allerdings die gängige Praxis der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen via IP-Adresse in Frage stellen und somit das Vorgehen der Studios als Ganzes.
[pte]
Kurz-URL zu diesem Artikel: http://unurl.org/ffJ


Kommentare
#1 Gehört zum Job...
Wenn große Film-Studios die Werke der Konkurrenz runterladen, nennt man das wohl Marktforschung... oder?
#2 Oder es ist eine Möglichkeit ...
... der Konkurrenz zu schaden.
Werke runterladen und massenhaft auf Billig-Datenträger brennen und verbreiten lassen. ;-)